Sommerauftakt: Kunst als Bejahung des Lebendigen

2019-06-07
 

Das war wirklich ein Sommerauftakt, wie man ihn sich feuriger und fröhlicher nicht vorstellen kann. Christina Zurbrügg und die vier Cellistinnen von eXtracello eröffneten mit dem 'Pinguin-Jodler' in einem Arrangement, das gleich allen unter die Haut ging. Robert Zielasco hatte seine ausgestellten Bilder getreu dem Motto des Abends 'Wärme, Licht und Lebensfreude' ausgewählt und die Interviews von Christina mit den KünstlerInnen hätten humorvoller und lebensbejahender nicht sein können. Gut eingestimmt, genoss das Publikum in der Beletage von Galerie Immobilien dann auch das grandiose Konzert von eXtracello in vollen Zügen bis zur letzten Zugabe.

Klang-Salon Eröffnungsjodler mit Zurbrügg und eXtracelloMargarethe Herbert, Edda Breit, Gudula Urban und Melissa Coleman schufen gemeinsam mit Christina Zurbrügg und ihrem 'Pinguin-Jodler' gleich einmal eine warme, fröhliche und rhythmische Grundstimmung. Celli, Stimme und Zieharmonika füllten die Beletage mit samtener Harmonie und zum Mitwippen einladendem Rhythmus. Das von Christina geschriebene Arrangement begeisterte nicht nur das Publikum gleich von Anfang an, sondern gefiell sichtlich auch den Musikerinnen selbst, denen man die Freude am Spiel deutlich ansah.

 

Margarethe HerbertFreude und gute Stimmung hielten dann auch bei den Interviews an, in denen Christina gewohnt einfühlsam und individuell herauszufinden suchte, was die Musikerinnen zu ihrem Instrument gebracht hat und warum sie gerade auf diesem so gerne spielen. So erfuhren wir vom wunderbaren Cello des Großvaters von Margarethe Herbert, der sich selbst seinen Berufswunsch Cellist zu werden nie erfüllen konnte und seiner Leidenschaft zur Musik und diesem Instrument als liebender Amateur sein ganzes Leben lang verbunden blieb. Seine Enkelin und stolze Erbin des Cellos hat seinen Traum für sich erfüllt.

 

Edda BreitEdda Breit hielt auf Christinas Frage, was denn ein Barockcello sei, auf dem sie gerne spiele und was dieses von einem 'normalen' Cello unterscheidet, gleich einen kurzen musikhistorischen Vortrag, wie sie selbst danach lachend feststellte.

Auf den Punkt gebracht: Das Barockcello ist das 'normale' Cello und alles andere nur eine den Aufführungsvorlieben späterer Zeiten geschuldete Weiterentwicklung.

 

Gudula UrbanGudula Urban und Margarethe Herbert lieferten dann leicht unterschiedliche Versionen darüber, wie Gudula als jüngstes Mitglied zum Quartett gekommen war. Doch egal wie, die auch als Sängerin versierte Gudula Urban bringt dem Quartett seine jazzigen Einschläge und komplettiert so das farbenfrohe Repertoire aus den vielfältigen musikalischen Erfahrungen der Musikerinnen aufs Feinste.

  

Melissa ColemanDen Clou des Abends lieferte dann Melissa Coleman, die damit auch für eine geniale Überleitung zum ausstellenden Maler sorgte. Die aus Australien stammende Melissa erzählte, dass sie in ihren ersten Jahren in Wien bei diversen Einladungen immer wieder wunderschöne Bilder zu sehen bekam. Einige davon gefielen ihr besonders gut und diese waren alle von Robert Zielasco. Dann kam der Satz mit dem sie die Herzen der Gäste in der Beletage eroberte: "Nachdem ich mir die Bilder nicht leisten konnte, habe ich den Robert geheiratet". Und so kamen wir auch in den Genuss, von Melissa zu Bildern ihres Mannes komponierte Musik zu hören.

 

Robert ZielascoDer so angekündigte Robert Zielasco stand hinsichtlich humorvollen Erzählens über seine Kunst den vier Cellistinnen in nichts nach. Er stellte dar, wie er vom realistischen Malen zum Abstrakten gekommen ist, wie viel Reales heute noch im Abstrakten steckt und wie packend und vereinnahmend der Vorgang des Schöpferischen für ihn ist. Er ließ damit aufhorchen, dass er seinen Bildern nie Titel gegeben habe, weil das zu einengend sei, das Wirken der Werke zu sehr einschränke und festlege. Er sprach über den Kunstmarkt, der immer einen Stil, eine 'Trademark' vom Künstler fordere, die sich gut verkaufen ließe und über seinen dem entgegenstehenden Wunsch, sich weiter zu entwickeln, Neues zu versuchen, nicht stehen zu bleiben. Stehen blieben dann allerdings die Gäste; vor seinen Bildern, die in Intensität und Farbigkeit dem Motto des Abends und der Kunstdefinition Zielascos Ausdruck verliehen: Kunst als Bejahung des Lebendigen.

Christian Krail dankt eXtracello und Robert ZielascoChristian Krail und sein Team von Galerie Immobilien dankten den KünstlerInnen für ihr Engagement und einen weiteren wunderbaren Klang-Salon-Abend. Bei einem köstlichen Käsebuffet von Johannes Lingenhel standen die Musikerinnen von eXtracello und Robert Zielasco gemeinsam mit den Gästen und dem Team von Galerie Immobilien noch lange in die unterschiedlichsten Gespräche über Kunst und/oder Immobilien vertieft beisammen.

 

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Fotos: Regina Hügli

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