Ivan Cangelosi

Ivan Cangelosi1968 in Palermo geboren, zeigt Ivan Cangelosi kreative Lebendigkeit seit seinen Kindertagen. Nachdem er einen Teil seiner Kindheit in Turin verbrachte, wohin seine Eltern nach seiner Geburt gezogen waren, kehrte er nach Palermo, der Stadt seiner Geburt, zurück. Ivan Cangelosi konzentriert seine Aufmerksamkeit vor allem auf eine künstlerische Technik, die er „Scripture-Art“ (oder einfach „Scripturing“) nennt und die sich durch den Gebrauch von Schrift und Stiften (an Stelle von Farbe und Pinsel) als Instrumente zur Schaffung von bildender und abstrakter Kunst definiert. Es geht um Bilder (eine Art kleiner, moderner Wandteppiche), die gleich einer Stickerei aus Buchstaben, Texte aus berühmten Romanen zusammensetzen.

Zu dieser Kategorie gehören unter anderem „Narziss und Goldmund“ von Hermann Hesse, „Reise um die Erde in 80 Tagen“, „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde, „Animal Farm“ und „1984“ von George Orwell oder „Der Ekel“ von Jean-Paul Sartre. Wenn es Romane gibt, die es wert sind, von Anfang bis Ende gelesen zu werden, dann können diese von nun an mit der Scripture-Art auch betrachtet werden - vom Anfang bis zum Ende.

Ivan Cangelosi lebt derzeit in Wien. Eines seiner Gemälde, "My colors of your clothes", das sich mit dem Thema des Menschenhandels und insbesondere der Ausbeutung der Kinderarbeit befasst, ist bei den Vereinten Nationen ständig ausgestellt.

Was ist Scripture-Art?

Die Idee hinter der Scripture-Art (oder einfach Scripturing) ist, Literatur - besonders Romane - in bildende Kunst zu verwandeln. Anders ausgedrückt: die Scripture-Art - durch die vollständige und händische Neuerfassung der Texte - macht Bücher zu Bildern. Die Eingebung, dass ein Roman nicht nur gelesen, sondern auch einfach angeschaut und wie ein Gemälde als Ganzes (…vom Anfang bis zum Ende) bewundert werden kann, hat zur Verwirklichung der Scripture-Art - Werke geführt.

Scripture-Art ist daher mit dem Roman im Besonderen und der Literatur im Allgemeinen eng verbunden. Sie verwendet nicht einfach nur die Schrift, um den abgebildeten Objekten Form zu geben. Vielmehr handelt es sich um eine Umverteilung des gesamten Textes des Romans in abstrakte oder figurative Form auf einer einzigen Fläche. Es ist die Phantasie (die des Schriftstellers und des Lesers), die sich in ein Bild verwandelt - der taube, innere Ton der Lektüre, der uns das Imaginierte erzählt und sich in der Stille des Bildes erfasst und offenbart. Die Scripture-Art strebt - mit anderen Worten - nach einer visuellen und veranschaulichten Synthese des Inhalts oder der Botschaft des Romans und möchte im Idealfall eine Rückkehr zu den Ursprüngen der Schrift und ihrer Ur-Formen und Darstellungen symbolisieren.

Im Hinblick auf Stilistik und Technik verwendet das Scripturing die aus der Schrift entstehende Webstruktur, welche das Auge wahrnimmt und die es ermöglicht, abstrakte und figurative Kunst zu schaffen. In diesem Sinne sind der Kugelschreiber und die Tinte das Werkzeug für die „Stickerei“ der Scripture-Art Bilder (eine Art moderner Wandteppiche) - so wie es zum Beispiel Sticknadel und Garn für Stickarbeiten sind.

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